Zeitgenössische Musik trifft zeitgenössische Videokunst – im interdisziplinären Kunstprojekt „Kon:takt“
„Kon:takt“ ist mehr als ein Musikvideo oder eine reine Videoinstallation: Das 2022 entstandene Projekt zwischen den beiden Musikerinnen Silvia Kopakova und Maria Schlenker (DUO LUMA) und der Medienkünstlerin Antje Schlenker-Kortum (ASK) versteht sich als audiovisuelles Experiment, das Hören und Sehen in eine gemeinsame Erfahrung überführt. In der Videoarbeit verschmelzen zeitgenössische Musik und Videokunst zu einem multimedialen Erlebnis, das die Grenzen zwischen den Disziplinen bewusst durchlässig macht. Was bleibt, ist eine Frage nach der Art und Weise, wie wir Kunst wahrnehmen – und ob sich Sinnlichkeit trennen lässt in rein akustische oder rein visuelle Reize.
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Hier einige Bildschirmfotos und die vollständigen Videos mit Ton (Vimeo). Der Ton wurde jeweils während der Liveaufführung 2022 aufgezeichnet.
Videoinstallation Wonderful

Form und Konzept
Die Videos dokumentieren bzw. inszenieren das Kunstprojekt „Kon:takt“ als Begegnung zweier künstlerischer Sprachen. Während die Musikkomponente durch das Duo LUMA getragen wird, antwortet die Videokunst Schlenker-Kortums mit eigenen Bildrhythmen, die nicht bloß illustrieren, sondern eigenständige kompositorische Entscheidungen treffen. Dieser Ansatz entspricht einer längeren Tradition intermedialer Arbeiten, in denen Musik und Bild als gleichwertige Partner behandelt werden.
Videoinstallation Hydro

Bildschirmfoto aus dem Video „Hydro“. © ASK & DUO LUMA
Ein Strand, das Meer, „die Betrachter“ und im Zentrum ein Karpfen, der langsam seine Runden dreht. Der Videoclip „HYDRO“ ist teil der Trilogie „KON:TAKT“, einer Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin ASK und dem duomariamagdalena (Maria Löschner, Silvia Kopakova).
ask
Wahrnehmung und Sinnlichkeit
Zentrales Anliegen von „Kon:takt“ ist die Verschmelzung von visueller und auditiver Wahrnehmung in einem multimedialen Erlebnis. Das Video arbeitet mit einer Choreografie aus Klangereignissen und Bildbewegungen, die den Zuschauenden wenig Raum für passive Rezeption lässt. Stattdessen wird man eingeladen, die Berührungspunkte zwischen Ton und Bild selbst zu ertasten – im wörtlichen wie im metaphorischen Sinn. Der Titel „Kon:takt“ verweist dabei nicht nur auf Kontakt im sozialen Sinn, sondern auch auf das haptische Moment von Kunst: das Spüren von Vibration, Rhythmus und zeitlicher Nähe.
Videoinstallation Simultan – Separat

Ästhetik und Inszenierung
Ästhetisch bewegt sich das Video zwischen dokumentarischen Snapshots und inszenierten Tableaus. Die Bilderfolge wirkt wie eine Abfolge von Momentaufnahmen, die dennoch einen eigenen dramaturgischen Bogen entwickeln. Licht, Schnitt und Kamerabewegung folgen weniger einer narrativen Logik als vielmehr einer musikalischen Struktur: Motive kehren wieder, Tempi wechseln, Pausen werden als gestalterisches Mittel eingesetzt. Diese Annäherung an musikalische Formen sucht nach neuen Formaten zwischen Konzert, Installation und Film.
Videoinstallation Tekk

Experimentelles, grafisch-surreales Video. Man sieht: Träge Zahnräder, die sich langsam drehen, parallel eine verrostete modrige Ruine eines alten Weers, im Hintergrund eine blühende Flusslandschaft. Ein Fluss, der einst eine alte Fabrik zum Laufen brachte. Grafisch expressive Farblandschaften, Fragmente, abstrakte Welten, die sich überlappen. Dazu ein träger, fortschreitend schriller Sound.







